Folge 39 - Müssen.

Shownotes

In dieser Folge geht es um ein Wort, das ich aus meinem Sprachgebrauch immer mehr herausgleiten lassen möchte: müssen.

Ich merke, wie oft ich Dinge, die ich eigentlich will oder möchte, als Pflicht formuliere. Und wie sich dadurch meine gesamte Haltung verändert.

Aus „Ich muss noch duschen“ wird „Ich möchte duschen, weil ich mich danach wohler fühle.“

Aus „Das musst du machen“ wird „Ich wünsche mir, dass du das machst.“

Und plötzlich ist da etwas anderes: Wahl. Ich erzähle von einem schönen Erlebnis meines Mannes mit unserer Tochter, von meinem eigenen Umgang mit „müssen“ und davon, was Sprache in mir und zwischen uns verändern kann.

Und ich merke immer mehr: Es geht nicht darum, jedes Wort sofort richtig zu machen. Es geht darum, es überhaupt zu bemerken. Noch einmal hinzuschauen. Noch einmal auszusprechen. Und damit zu spielen.

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00:00:03: Ich achte schon seit einer Raumweile auf Sprache, weil Sprache für mich immer wichtiger wird und mir irgendwie immer mehr bewusst wird wie machtvoll Sprache ist.

00:00:24: Wie machtvoll Worte sind.

00:00:30: Und ein Wort das mich in den letzten Tagen immer wieder aufhören lässt ist das Wort müssen habe mir fest vorgenommen, müssen aus meinem Wortschatz mehr und mehr hinaus zu geleiten.

00:00:58: Und etwas anderes dafür einzusetzen weil ich merke wie oft ich dieses Wort verwende und dort eigentlich was anderes sagen möchte.

00:01:16: Ich hab in dem Zug nochmal an ein Ereignis gedacht, das mir mein Mann vor ein paar Wochen erzählt hat.

00:01:28: Er war mit den Kindern beim Bäcker und die Kinder konnten sich was ausholen und haben gesagt ich will das und ich will dass.

00:01:38: meine Tochter konnte sich wohl nicht entscheiden und meinte ich will da.

00:01:46: so wie es verstanden habe hat die Bäckers Frau gesagt ein Kind das immer nur will irgendwie so.

00:01:56: Er hat das als negativ irgendwie, so wie ich es verstanden habe, abgetan.

00:02:02: Da gibt's ja auch glaube ich ganz viele Sprüche und Ansichten... Und mein Mann hat darauf die Beckeres Frau angeschaut und gesagt Es ist nicht eigentlich schön dass die Kinder wissen was sie wollen und aber stiller!

00:02:26: Und als mein Mann mir das erzählt hat, hab' ich richtig gemerkt wie in mir so richtig Freude aufgekommen ist gelächelt habe und so richtig ... ah, das war so richtig schön.

00:02:36: Ich fand es so richtig Schön dass mein Mann mir das erzählt hat und er sei das erlebt hat, da sei das gesagt hatte Da war richtig Freude und Stolz Dass er das gesehen hat für sich Und das ausgesprochen hat Den Mut dazu hatte.

00:02:59: Wenn ich das Wort müssen bei mir beobachte Dann passiert bei mir glaube ich genauer das Gleiche dass ich das wollen verloren habe.

00:03:12: Das wollen und möchte, weil ich verwende ganz oft – das müssen in zwei Situationen.

00:03:23: zum einen wenn ich mit mir selber spreche und mir selber sage, das möchte ich Ich möchte heute dahin fahren, ich möchte dieses und jenes machen Und ich sag, ich muss daraus heute noch machen!

00:03:36: Ich muss da dann hin Wie ich immer dieses Wort müssen verwende und wie dann in mir eine ganz andere Haltung entsteht.

00:03:51: So ein, ah!

00:03:52: Ich muss da noch hin so ein, ich will eigentlich gar nie.

00:03:58: Aber wenn ich da drauf gucke und wenn ich versuche, wenn ich merke okay jetzt habe ich wieder Müssen gesagt Und ich mir das angucke Denn merk' ich dass es gar nicht was ich will Das ist nämlich was ich möchte.

00:04:10: Ich möchte darüber hinfahren Ich möchte das heute noch machen, weil ich mich dann wohler fühle.

00:04:16: Ich möchte da noch duschen gehen, weil sich danach sauberer fühle!

00:04:19: Ich möchte es noch sauber machen, Weil ich mich danach wohler fühle im Haus.

00:04:25: Und wenn ich dann sage, ähm...ich sag's nochmal anders Das mach' ich jetzt auch Das für mich einfach nochmal anders auszusprechen Merke ich wie in mir was ganz anderes entsteht.

00:04:36: Da entsteht viel mehr Freude darauf und viel mehr.

00:04:39: Ah ja stimmt, das mache ich deswegen Und das ist so krass, was es macht.

00:04:50: Ich habe das Gefühl, dass kommt genau daher... Also ich könnte mir das gut vorstellen, dass das da herkommt.

00:04:57: Dass wenn ich mal die Butter oder dass mir das vielleicht abgesprochen wurde, dass es vielleicht irgendwie immer so ein Negativ behandelt wurde und ich mir selber vielleicht.

00:05:16: Also versuche ich gerade selber herauszufinden, warum das passiert.

00:05:20: Vielleicht habe ich mir selbst damit so eine Brücke gebaut, dass sich das aussprechen kann?

00:05:27: Aber dafür nicht!

00:05:28: Ich möchte, ich will sagen und gleichzeitig sehe ich ja, dass das sehr bei mir was krasses bewirkt.

00:05:38: Nämlich, dass ich der Sache gegenüber ganz anders eingestellt bin.

00:05:42: Dass ich auch immer denke, es ist eine Pflicht in meinem Leben statt ein Ziel und Wunsch.

00:05:49: Und dasselbe passiert mir auch mit anderen Menschen.

00:05:52: Ganz oft betrachte ich in den letzten Wochen, dass mehr jemand sagt da musst du mal dieses und jenes machen.

00:05:59: aber was er eigentlich glaube ich mir sagen will ist, er würde sich wünschen das ich dieses oder jenes mache für ihn oder für mich oder... und auch dahin steht ja etwas ganz anderes.

00:06:13: so fühle ich mich unter Druck gesetzt und für mich beformerndert und solche Sachen.

00:06:21: Anstatt wenn derjenige dann sagt, ich möchte das gerne.

00:06:24: Ich will das gerne, dass sich das Gefühl habe, ich habe die Wahl!

00:06:28: Dass ich das Gefühl hab', ich sehe mein Gegenüber, dass er sich das gerne wünschen würde.

00:06:32: Dass ich bei mir hingucken kann, möchte ich das?

00:06:34: Das ist mich freudig eigentlich stimmen, dass ihr gerne hättet, dass ich das mache und dass ich dann in mir auch Freude entwickeln kann.

00:06:44: Aber wie sehr dieses kleine Wort Eine ganze Haltung, eine ganze Situation.

00:06:53: Ein ganzes Ich mit mir und ich mit anderen und andere mit mir beeinflussen kann!

00:07:01: Das ist so krass, so heftig... ...und so schön dass sich das wahrnehmen kann, dass ich das verändern kann, damit spielen kann, beobachten kann.

00:07:16: Das ist nur ein Wort, da habe ich noch ganz viel auf meiner Liste.

00:07:21: Und ... Ich finde das... ich bin grad so dankbar dafür dass ich Raum und Kapazität und Zeit und Bewusstsein habe um das betrachten zu können, um damit spielen zu können , um damit verändern, um auch den Mut zu haben, zu sagen okay ich sage es einfach nochmal Und das muss nicht sofort richtig sein und ich muss mich dafür geiseln, dass ich es jetzt wieder falsch gesagt habe.

00:07:55: Sondern hey!

00:07:56: Das kommt irgendwo her.

00:07:57: Das hab' ich gelernt.

00:07:58: Das wird ein Grund haben.

00:08:02: Auch den Grund, den ich mir vielleicht gerade gebe ob das der ist oder nicht.

00:08:08: Aber für mich ist eine Art... Okay du erkundet das Herkommen?

00:08:13: Nicht um zu sagen okay das muss jetzt daher

00:08:17: kommen?!

00:08:18: Sondern nee, das könnte vielleicht eine Möglichkeit sein und dass sie meinem Leben verändern zu dürfen.

00:08:32: Das ist gerade wundervoll!

00:08:36: Ich danke euch fürs Zuhören und ich danke euch für's Mitbegleiten.

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